Viele KollegInnen und BürgerInnen halten die „knappen Kassen“ im Sozialbereich für eine unvermeidbare Erscheinung unserer Zeit. Sie fordern mehr Geld. Aber sonst ist alles in Ordnung?
In meinem jüngsten Buch habe ich versucht, deutlich zu machen, dass hinter den Sparmaßnahmen und Kürzungen, unter denen der Sozialbereich und nicht zuletzt die Soziale Arbeit immer mehr zu leiden haben, weitaus mehr steckt, als nur Geldmangel: Dahinter steckt eine glaskare Ideologie.
Das wird mit einem Mal super deutlich in einem Vorschlagspapier mit dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen„ das eine Arbeitsgruppe unter Mitwirkung der Bundesländer Bayern, Sachsen, NRW Brandenburg, Rheinlandpfalz, Niedersachsen, BMBFSFJ, BMAS sowie den drei kommunalen Spitzenverbänden erstellt hat (25.03.2026) , und das der Paritätische geleakt und der staunenden Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat.
Kollege Fuchslocher von „die Linke“ informiert:
„Das geleakte „Vorschlagbuch“ bringt Licht ins Dunkel.“ Es enthält „auf über 100 Seiten Vorschläge …, um die Kinder- und Jugendhilfe sowie Eingliederungshilfe im Sinne kommunaler Kassenlage aber auch der Länderhaushalte günstiger zu machen. Dazu sollen in bis Dato unbekanntem Maße Rechtsansprüche und Standards abgebaut werden. Medial besonders hervorgehoben wurden die Rücknahme des Unterhaltsvorschuss sowie die Streichung von Assistenzleistungen der Eingliederungshilfe in Kita und Schule. Die Detaillierten Vorschläge kommen hier vor allem aus den CDU/CSU geführten Bundesländern (Bayern, Sachsen und NRW) sowie den Kommunalen Spitzenverbänden, viele davon inhaltlich Deckungsgleich. Union und Kommunale Spitzenverbände ziehen offensichtlich an einem Strang, während die beteiligten SPD geführte Bundesländer (Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen) sich zurückhaltender, weniger detailliert auf lediglich fünf Seiten aber nicht absolut widersprechend äußern. Dies ist für weitere Gesetzgebungsverfahren und ggf. notwendige Mehrheiten im Bundesrat von Relevanz. Der Einordnung und den Erläuterungen von Seiten des Paritätischen möchte ich ansonsten nicht Vorweggreifen. Für diesen Leak kann man nur Danken! Das Papier findet ihr hier: https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf „.
Fuchslocher kommentiert: „Wir erleben offensichtlich den konzentriertesten Angriff auf den Sozialstaat und die erkämpften Errungenschaften seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.“




„Soziale Arbeit und Neoliberalismus heute“ ist ein Buch, auf das ich schon lange gewartet habe, weil genau diese Entwicklung seit…